Schematisch dargestellte Familienaufstellung. Mutter, Sohn, Tochter, Vater.

Familienaufstellung – Systemische Aufstellung

Systemische Familienaufstellungen

Es kann sowohl die aktuelle, als auch die Herkunftsfamilie aufgestellt werden.

Familiensysteme

Gegenwartsfamilie — Herkunftsfamilie


Familienaufstellung

Bei der Familienaufstellung geht es darum, Konflikte zu lösen. Der Therapeut lässt den Klienten zum Beispiel einen Stellvertreter für die Mutter, den Vater und die Geschwister auswählen. Es können jedoch auch andere Mitglieder der Sippe wie Großeltern, Tanten, Onkel oder sogar Verstorbene aufgestellt werden.

Es kann sowohl die aktuelle, als auch die Herkunftsfamilie aufgestellt werden. Die aufgestellten Personen fühlen sich in die jeweilige Rolle ein. Nun versucht der Therapeut das Bild so zu verändern, dass eine Lösung im System entstehen kann.

Aufstellen in Gruppen

Das Familienstellen findet häufig in kleineren Gruppen statt. Eine Person, welche aufstellen möchte, schildert kurz ihre Problematik. Der Aufstellungsleiter stellt Fragen zum Familiensystem des Klienten. Er entscheidet, ob das gegenwärtige System, also die aktuelle Familiensituation aufgestellt werden soll oder die Herkunftsfamilie.

Der Leiter sagt dem Klienten, welche Personen stellvertretend in den Raum gestellt werden sollen. Der Klient sucht dann zum Beispiel aus den Gruppenmitgliedern Personen aus, die seine Frau, die Kinder und sich selbst darstellen sollen. Es können aber auch abgetriebene oder tot geborene Kinder, verstorbene Mitglieder der aktuellen Familie oder Herkunftsfamilie, Totgeschwiegene, aus der Familie verbannte Mitglieder, Kriegskameraden etc. aufgestellt werden.

Gerade diese können die wichtigsten Personen für die Lösung eines Problems sein. Interessant ist: bei Familienaufstellungen werden wildfremde Personen zu einem Kanal für die Wahrheit des betreffenden Familiensystems.

Die aufgestellten Personen fühlen sich in die jeweilige Rolle ein. Sie schildern auf Nachfrage ihre Gefühle und Gedanken. Während der Arbeit zeigen sich häufig Verstrickungen oder Dinge, die im Familiensystem immer weiter gegeben wurden. Der Therapeut lässt sie neue Positionen im Raum einnehmen. Dies geschieht so lange, bis sich alle möglichst wohl an ihrem Platz fühlen.

Das neu entstandene Bild entwickelt eine Kraft im Klienten, die auch energetisch nach außen wirkt. So der Klient und Therapeut möchte, kann der Klient den Platz seines Stellvertreters einnehmen. Dies ist häufig ein sehr emotionaler Moment.

Durch die Aufstellungen werden Beziehungen geordnet, vertieft oder neu gestaltet. Der Klient erfährt mit der Lösung seines Problems Entlastung und es baut sich ein heilendes, energetisches Feld auf. Und sogar nicht anwesende Familienmitglieder spüren häufig eine Fernwirkung.

Systemische Aufstellung

Auch im hypnotischen Kontext kann eine systemische Aufstellung erlebt werden. Während der Trance kann der Klient Familienmitglieder vor seinem inneren Auge auf die Bühne holen, sie fragen oder gelenkt durch den Hypnotiseur entsprechend agieren lassen.

Eine andere systemische Methode besteht darin, auf Stühlen ein Blatt Papier mit dem Namen des Familienmitglieds zu legen. Der Klient setzt sich auf den Stuhl mit dem Zettel „Mama“. Anschließend fühlt er sich in diese Person ein.

Bei jedem Wechsel von einem Stuhl zum nächsten wird der Klient ins „Hier und Jetzt“ zurückgeholt. Er öffnet die Augen, um den Stuhl zu wechseln. Dort werden sie wieder geschlossen. Dieser Vorgang wird „Fraktionierung“ genannt. Häufig kommen die Klienten durch das wiederholte Fraktionieren in tiefe Trancezustände.

Auch außerfamiliäre Konflikte, wie z.B. Mobbing-Situationen im beruflichen Umfeld können mit Hilfe des Familienstellens aufgelöst oder positiv verändert werden.

Bert Hellinger

Der vielleicht bekannteste Name in Bezug auf das Familienstellen ist Bert Hellinger. Er ist deutscher Theologe (Priesterweihe 1952) und als Familientherapeut tätig. Herr Hellinger verfasste als Buchautor mehrere Bücher.

Themen Familienaufstellung & Systemische Aufstellung

  • Paarkonflikte
  • Familiäre Verstrickungen
  • Partnerwunsch
  • Klarheit eigener Konflikte
  • Lösung eigener Konflikte
  • Verarbeitung von Schicksalsschlägen
  • Trennungsverarbeitung
  • Geeigneter Platz für Scheidungskinder
  • Zur Unterstützung des eigenen Erfolgs
  • Um Freunde zu finden
  • Firmensysteme zu verbessern
  • Gruppenbeziehungen zu harmonisieren

Psychotherapie

In der Psychotherapie wird das Verfahren „Familienaufstellung“ ebenfalls angewendet. Dabei bleibt der Umgang mit psychisch erkrankten Menschen Therapeuten mit der entsprechenden Ausbildung und Heilerlaubnis vorbehalten.