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Gesprächstherapie-Gesprächspsychotherapie

Gesprächspsychotherapie – Gesprächstherapie

Beeinflussung? Nein Danke!

Wenn ich aufhöre, sie zu beeinflussen, werden die Menschen sie selbst – Laotse

Carl Rogers, Begründer der Gesprächspsychotherapie, zitierte die Worte Laotses gern, um seine humanistische Einstellung verständlich zu erklären.


Gesprächspsychotherapie = Klientenzentrierte Psychotherapie

Die klientenzentrierte Psychotherapie wird der humanistischen Psychologie zugeordnet. Der Einsatz der Gesprächstherapie findet ebenso Bedeutung im Coaching, im Geschäftsleben, in der zwischenmenschlichen Kommunikation, im Unterricht, in der Pädagogik oder der Psychologie etc.

Unterschiedliche Begriffsverwendungen

  • Allgemeiner Begriff für jegliche Form der Psychotherapie bei der das gesprochene Wort im Vordergrund steht
  • Speziell für die „Klienten- bzw. personenzentrierte Psychotherapie nach Rogers
  • non-direktive Psychotherapie
  • personenzentrierte Psychotherapie

Ziele der Gesprächstherapie

Beispiele:

  • freie Selbstentfaltung
  • authentisches Handeln
  • Blockaden lösen
  • Zufriedenheit
  • Selbstbewusstsein
  • Ich-Stärkung
  • verantwortungsvolles Handeln

Grundhaltungen der klientenzentrierten Gesprächstherapie nach C. Rogers

Kongruenz

Kongruenz besteht, wenn das momentane Verhalten und Erleben eines Menschen mit dem bestehenden Selbstentwurf weitgehend übereinstimmen.

Kongruenz erfordert Echtheit und Authentizität des Therapeuten. Nur so ist echtes Wachstum möglich! Dies impliziert die Tatsache, dass der Therapeut ebenso ein Mensch ist wie der Patient. Der Behandler kann also ebenso über seine Gefühle und Ansichten sprechen wie der Klient. Man begegnet sich diesbezüglich auf Augenhöhe.

Der Therapeut muss also in der Lage sein, sich emotional einzulassen. Fassaden, Rollen oder eine verklausulierte Fachsprache sind hier fehl am Platz. So soll eine gewünschte unmittelbare und vertrauensvolle Beziehung von Mensch zu Mensch aufgebaut werden. Sowohl der Patient als auch der Therapeut gehen gestärkt aus solch einer Therapie hervor. Es entsteht eine Win-win-Situation. Beide lernen voneinander. Transparenz und Echtheit erzeugen Vertrauen und Rapport. Dies sind wichtige Grundlagen einer guten Therapie.

Inkongruenz

Körpersprachliche Signale eines Menschen, welche nicht zu seiner verbalen Aussage oder seinem Handeln passen, stellen ein inkongruentes Verhalten dar. Er wirkt dann eher unnatürlich.

Ist der Therapeut inkongruent, so wird dies bewusst oder unbewusst vom Klienten wahrgenommen. Passen die Körpersprache, der Tonfall, Gestik, Mimik, der Blick nicht zum Gesagten, fühlt sich der Patient häufig unverstanden und verschließt sich.

Zwei Beispiele für inkongruentes Verhalten:

  1. Unsicherheit
    Diese führt häufig zu „falschem Verhalten“. Es wird etwas künstlich überspielt oder gelacht, wo es nichts zu Lachen gibt etc. Eine Maske wird aufgesetzt, man ist nicht authentisch.
  2. Starke Gefühle
    Ein Vater ist wütend auf Sohn, da dieser unerlaubt sein Motorrad benutzt hat obwohl er keinen Führerschein besitzt. Zeigt der Vater seine Gefühle spontan und in angemessener Weise, so stimmt Verhalten und Körpersprache überein. Er verhält sich echt bzw. kongruent.
    Besteht bei dem Vater jedoch der Glaubenssatz: „Ein liebevoller Vater darf nicht wütend sein“, dann unterdrückt er seine eigene Wut. Seine Worte und Taten stimmen dann nicht mit seinem Verhalten überein. Gegebenenfalls unterdrückt er alles und frisst es in sich hinein – Inkongruenz entsteht.
Resultate der Inkongruenz
  • Widersprüche zwischen dem Gesagten, der Handlung und dem Gemeinten
  • Wichtige Informationen werden weder ausgesprochen noch noch in irgendeiner anderen Weise mitgeteilt
  • Missverständnisse, gar Verwirrung entsteht
Empathie

Der Begriff Empathie bedeutet die Bereitschaft und Fähigkeit sich in andere Menschen einzufühlen. Gemeint sind damit Einstellungen, Gefühle, Gedankenmuster etc. Diesem liegt eine Wertungsfreiheit zugrunde. Somit wird echtes Verständnis möglich.

Empathie im hypnotischen Setting

Im hypnotischen Setting (besondere Gestaltung der Therapieumstände) werden potente Verfahren angewendet um die Empathiefähigkeit zu steigern.

Ein Beispiel mag dies verdeutlichen:
… schlüpfe einmal vorsichtig hinein in die Person, die dich liebt … sehe mit ihren Augen, höre mit ihren Ohren …

Die Kunst der Empathie

Es ist gut, sich dieser Kunst mit Haut und Haaren zu verschreiben. Übung macht den Meister! Natürlich gibt es auch hier angeborene Talente und Fähigkeiten, jedoch lassen sich diese durch wiederholtes Üben intensivieren. Rogers beschreibt dieses einfühlsame Verstehen als einen Prozess während des Gesprächs, in dem  der Therapeut möglichst exakt die Gefühle und deren Bedeutung für den Klienten wahrnimmt. Der Behandler teilt dieses Verstehen dem Patienten möglichst detailliert mit.

Durch ständiges Feedback versucht der Therapeut möglichst klar die Gefühlswelt bzw. das Erleben des Gegenüber zu ergründen. Es folgt die Mitteilung dessen, was er glaubt verstanden zu haben. Je besser dies gelingt, desto mehr öffnet sich der Gesprächspartner, desto tiefer kann der Gesprächstherapeut eintauchen in die Psyche des Mitmenschen. Verständnis ist eine der Grundlagen für Vertrauen; tiefes Verständnis für tiefes Vertrauen.

Bedingungslose positive Zuwendung

Die bedeutet: Anteilnahme, Wertschätzung und Akzeptanz in Bezug zu den Worten und Gefühlen des Patienten. Gefühle dürfen gezeigt und ausgelebt werden. Dies sind Grundpfeiler für positive Veränderungen. Jeder Mensch ist einzigartig, hat seine eigenen spezifischen Fähigkeiten.

Als Therapeut muss man dem nicht zustimmen, jedoch wertungs- und vorurteilsfrei akzeptieren, was aktuell ist.

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